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Einleitung:

Das Buch der Geheimnisse, Osho

Vigyan Bhairav Tantra ist eine alte tantrische Schrift, die der indischen Mythologie zufolge von Gott Shiva der Welt überbracht wurde. Sie enthält nicht weniger als 112 Meditationstechniken. Sie bilden die Grundlage aller Meditationstechniken überhaupt so sagt uns Osho. Jeder wird unter diesen Techniken mindestens eine finden, die ihm angemessen ist. Wie ein Archäologe wertvolle Funde aus den Tiefen der Geschichte zutage fördert und ihre Bedeutung in einer neuzeitlichen Weise deutlich macht, so hat Osho die uralten Texte des Vigyan Bhairav Tantra mit der Einsicht des Weisen durchdrungen und sie uns in einer klaren modernen Sprache erläutert. Wertvolle praktische Hinweise finden sich für jeden, der sich durch die Wissenschaft der Meditation verwandeln möchte.

Tantra heißt "die Technik, die Methode, der Weg" und Vigyan Bhairav Tantra heißt "die Technik, über das gewöhnliche Bewußtsein hinauszugelangen". Vigyan heißt Bewußtsein, und Bhairav ist der Zustand jenseits des gewöhnlichen Bewußtseins. Man kennt Shiva auch als "Bhairav", und Devi, seine Gemahlin als "Bhairavi" – als diejenigen, die alle Dualität hinter sich gelassen haben. Shiva übermittelt Devi diese 112 Methoden; beide stehen in einer tiefen Liebesbeziehung zueinander.

Hier ein Zitat aus: Bd. 1: Das Buch der Geheimnisse zum Thema "Atem"

„Das Atmen ist ein ständiger Fluß: keine Lücke ist möglich. Wenn du auch nur für einen Augenblick zu atmen vergißt, bist du nicht mehr. Darum hängt das Atmen auch nicht von dir ab, sonst würde es problematisch. Jemand könnte für einen Moment das Atmen vergessen, und was dann? In Wirklichkeit also atmest nicht du, weil du dazu nicht gebraucht wirst. Schläfst du tief geht das Atmen weiter. Bist du unbewußt – das Atmen geht weiter liegst du im Koma – das Atmen geht weiter. Du wirst nicht gebraucht: Das Atmen geht auch ohne dich weiter. Das Atmen ist eine Konstante deines Daseins – das ist also das erste. Und das Atmen ist wesentlich und fundamental – das ist das zweite. Du kannst nicht ohne Atem leben. So sind Atem und Leben gleichbedeutend. Das Atmen ist der Mechanismus des Lebens, und das Leben ist tief mit dem Atmen verbunden. Darum nennen wir beides in Indien Prana. Wir haben ein Wort für beides. Prana bedeutet Vitalität, Lebenskraft: Dein Leben ist dein Atem.

Drittens: Dein Atem ist eine Brücke zwischen dir und deinem Körper, er verbindet dich, verknüpft dich mit deinem Körper. Er ist auch eine Brücke zwischen dir und dem Universum. Dein Körper ist nichts anderes als das zu dir gekommene Universum, das, was dir am nächsten ist.

Dein Körper ist Teil des Universums. Alles im Körper ist Teil des Universums – jedes Teilchen, jede Zelle. Er ist das, was dich dem Universum am nächsten bringt. Dein Körper ist dir der allernächste Zugang zum Universum. Der Atem ist die Brücke. Wenn die Brücke unterbrochen ist, bist du nicht mehr im Körper. Wenn die Brücke unterbrochen ist, bist du nicht mehr im Universum. Dann gehst du in eine unbekannte Dimension; dann befindest du dich nicht mehr im Raum und in der Zeit Drittens also ist der Atem die Brücke zwischen dir, dem Raum und der Zeit.

Der Atem ist daher von höchster Bedeutung – das Wichtigste überhaupt. Daher haben die ersten neun Techniken mit dem Atmen zu tun. Durch sie kommst du plötzlich in die Gegenwart, triffst du plötzlich auf die Quelle des Lebens, kannst du Zeit und Raum hinter dir lassen. Durch bestimmte Atemtechniken wirst du in der Welt sein und Zugleich jenseits von ihr.

Der Atem hat zwei Pole – der eine ist dort, wo er den Körper und das Universum berührt, und der andere dort, wo er dich berührt, und damit das, was über das Universum hinausgeht. Wir kennen nur den einen Teil des Atems. Wir kennen ihn nur dort, wo er ins Universum, in den Körper geht. Aber er geht jedesmal vom Körper zum Nicht-Körper, vom Nicht- Körper zum Körper. Den anderen Punkt kennen wir nicht. Wenn man sich den anderen Punkt bewußt macht, das andere Ende der Brücke, den anderen Brückenkopf, wird man plötzlich verwandelt, in eine andere Dimension versetzt.

Aber bedenkt: Shiva spricht nicht von Yoga, sondern von Tantra. Yoga arbeitet ebenfalls mit dem Atem, aber die Techniken von Yoga und Tantra unterscheiden sich grundsätzlich. Yoga will das Atmen systematisieren. Wenn du dein Atmen systematisierst, macht dich das gesünder. Wenn du dein Atmen systematisierst und die Geheimnisse des Atems kennst, verlängert sich dein Leben: du wirst gesünder und lebst länger. Du wirst stärker, energiegeladener, vitaler – lebendig, jung, frisch. Aber darum geht es beim Tantra nicht. Im Tantra geht es nicht um irgendeine Systematisierung des Atmens, sondern allein darum, den Atem als Technik dafür zu nutzen, sich nach innen zu wenden. Man muß keinen bestimmten Atemstil üben, weder ein bestimmtes Atemsystem, noch einen bestimmten Atemrhythmus – nein! Man nimmt das Atmen so, wie es ist. Man muß sich dabei nur gewisse Punkte bewußt machen.

Es gibt da gewisse Punkte, aber wir sind uns ihrer nicht bewußt. Wir atmen seit eh und je, wir werden atmend geboren und wir sterben atmend, aber wir sind uns dieser Punkte nicht bewußt. Und das ist seltsam. Der Mensch forscht, dringt tief in den Weltraum vor, fährt zum Mond. Der Mensch will immer weiter von der Erde ins All dringen und kennt nicht das, was ihm im Leben am nächsten ist. Es gibt beim Atmen bestimmte Punkte, die ihr euch noch nie bewußt gemacht habt und diese Punkte sind Türen – die allernächsten Türen, die euch in eine andere Welt hineinführen können, in ein anderes Dasein, ein anderes Bewußtsein. Aber sie sind sehr versteckt.

Einen Mond zu beobachten ist nicht sehr schwer. Selbst den Mond zu erreichen ist nicht sehr schwer: Das ist nur eine Reise im Groben. Man braucht dazu die Technologie des Maschinenzeitalters, man braucht spezialisiertes Wissen und dann geht's. Atmen ist euch das allernächste, und je näher ein Objekt, desto schwerer ist es zu erkennen. Je näher, desto schwieriger; je offensichtlicher, desto schwieriger. Es ist euch so nah, daß es schon keinen Raum mehr zwischen euch und eurem Atmen gibt. Oder, der Abstand ist so gering, daß eine äußerst scharfsichtige Beobachtung dazu gehört, bevor man bestimmter Punkte gewahr wird. Um diese Punkte geht es bei diesen Techniken. Jetzt also jede Technik im einzelnen:

Shiva antwortet:

Strahlende, diese Erfahrung mag dir zwischen zwei Atemzügen dämmern.
Nachdem der Atem hereingekommen ist (unten ist),
und kurz bevor er wieder nach oben steigt (nach außen geht) die Wohltat.

Das ist die Technik: …“

zitiert aus: Bd. 1: Das Buch der Geheimnisse, S.61 – 63, Osho


Das Gesamtwerk gibt es im Schuber (ISBN 3-933556-16-3)

Die fünf Bände sind aber auch einzeln erhältlich:
Bd. 1: Das Buch der Geheimnisse (ISBN 3-925205-91-8)
Bd. 2: Die Welt des Tantra (ISBN 3-925205-99-3)
Bd. 3: Das Mysterium der Liebe (ISBN 3-933556-02-3)
Bd. 4: Das Licht der Bewußtheit (ISBN 3-933556-05-8)
Bd. 5: Das Potential der Leere (ISBN 3-933556-08-2)

Eine Atem-Meditation im Gehen …►

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