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SURYA, der Sonnengott
SURYA, der Sonnengott,
auf seinem von 7 Pferden
(die 7 Wochentage) gezogenen
Wagen. Sein Wagenlenker ist
der Gott des Sonnenaufgangs.

Der vedische Sonnengott wurde als Lebensspender, Ursprung aller Dinge und als Schöpfer des Universums hoch verehrt. Hinter dem Namen Surya (auch Savitar) verbergen sich eine Reihe von Göttern, die mit der Kraft der Sonne in Verbindung gebracht werden und die zu den Ädityas, Söhnen von Aditi, einer abstrakten Gottesvorstellung, die Unendlichkeit personifizierend, zählen. Unter diesen Gottheiten befinden sich Mitra, Bhaga, Rudra, Aryaman, Varuna, Pusan Savitr, Tvastr, Vivasvan, Visnu, Surya und Daksa.

In frühester Zeit, als Surya noch nicht vermenschlicht war, wurde er als Riesenvogel mit strahlenden Schwingen gedacht. Später erhielt er dann eine anthropomorphe Gestalt und wurde in einem Wagen, der von sieben Pferden als Symbol für die sieben Wochentage oder von einem siebenköpfigen Pferd gezogen wurde, dargestellt.

Die volkstümlichen Legenden wissen von einer Vielzahl von Gemahlinnen und Kindern des Sonnengottes zu berichten. Dass seine Ehen nicht immer glücklich waren, die Sonne also auch einmal im Dunklen verborgen lag, davon gibt besonders eine Mythe Zeugnis. Surya war mit Samjna, der Tochter des göttlichen Bauherrn des Universums, Visvakarman, verheiratet. Da Samjna aber den ewigen Glanz ihres Gatten nicht ertragen konnte, verließ sie ihn und hinterließ lediglich ihren Schatten. Sürya fiel der Verlust seiner Gemahlin erst auf, als ihm der Schatten (Chaya) drei Söhne geboren hatte. Auf der Suche nach seiner Gemahlin beriet sich Surya mit seinem Schwiegervater Visvakarman, der ihm riet, seinen Glanz abzulegen. Er wollte Surya dabei behilflich sein und schuf eine wunderschöne Gestalt, deren Füße jedoch weiterhin strahlten. In seiner neuen Gestalt fand Surya dann seine Gemahlin Samjna in den kalten Regionen des Nordens wieder.

Unter den Kindern von Surya waren die Zwillinge Yama und Yami, die als die ersten Menschen angesehen und später vergöttlicht wurden. Aus Yama wurde der Gott des Todes und aus Yami die lebenspendende Flußgöttin Yamuna.

Die Verehrung Suryas war bis ins 12. Jh. n. Chr. so stark, dass dem Sonnengott eigene Tempel geweiht waren. Zu den bedeutendsten Surya-Tempeln gehören der im 13. Jahrhundert erbaute Komplex in Konark (Orissa), den man zum Weltkulturerbe zählt, und der Sonnentempel von Modhera (Gujarat) aus dem 11. Jahrhundert.

Im heutigen Hinduismus hat Surya lediglich den Rang eines Planetengottes. Surya wird in der ikonographischen Umsetzung in gerader Pose stehend auf einem Lotussockel dargestellt. Er ist zweiarmig und trägt in den Händen als Attribut je einen Lotus. Sein Gesamterscheinungsbild ist freundlich. Um seinen Kopf herum ist eine Art Heiligenschein oder ein Nimbus zu erkennen.

Aus: „Die indische Götterwelt“ von Eckard Schleberger

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